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Unter den Augen von Finnlands Nationalcoach Henrik Dettmann empfingen die Crailsheim Merlins die Uni Baskets Paderborn. Die Gäste erwiesen sich als der erwartet schwere Gegner für die Zauberer. Erst eine starke zweite Halbzeit brachte den Merlins den 91:72-Sieg (Foto: Steffen Förster).

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Crailsheim, 12.03.2017. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In diesem Falle waren die Schatten nagelneue Bodenaufkleber, die den Parkettboden der Arena Hohenlohe mit dem Playoff-Logo der Merlins zierten. Auch stimmungstechnisch schien sich die Basketball-Familie langsam aber sicher auf das Großereignis ab dem 7. April einzustellen. Für die Akteure auf dem Spielfeld ist es umso wichtiger, sich zuvor auf die letzten Hauptrundenspiele zu fokussieren. Mit dem Tabellenachten Paderborn gastierte nun ein Team bei den Crailsheim Merlins, für das bereits jedes Spiel ein Fight um die letzten Playoffplätze ist. Dementsprechend wach mussten sich die Hausherren präsentieren, um den zweiten Tabellenplatz nach der Hauptrunde endgültig zu sichern.

Völlig offene erste Halbzeit

Die Kugel lief von Beginn an gut durch die Crailsheimer Hände. Fastbreak-Punkte durch Pat Flomo, ein Dunk durch Kevin Tiggs. Doch auch die Gäste kamen zu leichten Punkten (9:6), die wenig später gar in Führung gingen. Dank eines blendend aufgelegten Kevin Tiggs (12 Punkte im ersten Viertel) blieb die Partie spannend (17:16). Schon im ersten Viertel bahnte sich ein Krimi an, der an Offensivaktionen nicht geizte (25:28). Die Gäste zeigten sich vor allem von jenseits der Dreierlinie treffsicher und erarbeiteten sich damit auch im zweiten Abschnitt einen Vorsprung (31:36). Ein Dunk von Mitch Jost erlöste die Fans der Zauberer, nachdem bei den Hausherren einige Würfe nicht fallen wollten. Dennoch ging es mit einem leichten Rückstand in die Kabine (38:40).

Nach der Halbzeit mit viel Physis den Sieg erkämpft

Mit Beginn der zweiten Halbzeit war die Führung dann wieder in Merlins-Hand. Konrad Wysocki sorgte von „downtown“ für den bereits zwölften Führungswechsel des Spiels (41:40). Dass der dritte Abschnitt von zahlreichen Fouls geprägt war, unterstrich den Playoffcharakter der Begegnung noch mehr. Trainerlegende Henrik Dettmann (Bronze mit der deutschen Nationalmannschaft in den USA 2002) und Vater Markku konnten nun sehen, wie Center Tuukka Kotti seine Klasse unter Beweis stellte und dazu beitrug, dass sich die Zauberer etwas absetzen konnten (63:57). Insgesamt legten die Hausherren nun eine deutlich gesteigerte Intensität an den Start und agierten physisch präsenter. Über neun Zähler Vorsprung zum Ende des dritten Viertels (71:62) zogen die Merlins nun Stück für Stück davon. Kurz vor Schluss stand die höchste Führung der Merlins auf der Anzeigetafel in der bereits jubeldurchtränkten Arena Hohenlohe (91:71), bevor nur noch ein Paderborner Freiwurf für die letzte Ergebniskosmetik sorgte. Mit dem 91:72-Heimerfolg sicherten sich die Merlins nun auch das „Heimrecht“ in einem möglichen Playoff-Halbfinale.

Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo (Headcoach Crailsheim Merlins): „Paderborn ist eine offensivstarke Mannschaft, die einen defensiv vor unterschiedliche Aufgaben stellt. Daher war es eine sehr gute Leistung, das Spiel am Ende so zu gewinnen, nachdem wir in der ersten Halbzeit ein wenig Fokus vermissen liessen. Die Situation ist nicht einfach: Natürlich sehen wir, dass wir den Playoffplatz sicher haben, aber dann sind eben noch vier Spiele zu gehen und mit Paderborn kam eine Mannschaft, für die es noch um alles geht. Es geht für uns nach wie vor darum, uns weiter zu verbessern, während es für Paderborn schon wie ein Playoffspiel war heute. Das sieht man in der Intensität, mit der sie ins Spiel gegangen sind. Unsere Herausforderung war es, hier mitzugehen. In der zweiten Halbzeit haben wir das gut umgesetzt.“

Uli Naechster (Headcoach Uni Baskets Paderborn): „Wir haben es wieder geschafft, eine Halbzeit und ein bisschen mehr zu zeigen, wozu wir in der Lage sind. In der zweiten Halbzeit ist das Spiel aufgrund der Entwicklung der Rebounds und Ballverluste gegen uns gekippt. Wir wussten, dass wir gegen die vielleicht offensivstärkste Mannschaft der Liga spielen, und wenn man dann durch die Turnover und zweiten Chancen einfache Punkte hergibt, wird es schwer. Wir haben selbst konnten uns dann teilweise nur durch Freiwürfe im Spiel halten, haben aber auch davon einige liegen lassen. Deshalb geht der Sieg für Crailsheim natürlich absolut in Ordnung, auch wenn ich uns ein bisschen mehr auf Augenhöhe gesehen habe, als es das Ergebnis vermuten lässt.“

Ingo Enskat (sportlicher Leiter Crailsheim Merlins): „Gerade die vielen Nickeligkeiten, die das Spiel schon wie ein Playoffspiel haben wirken lassen, haben es heute interessant gemacht. Das ist natürlich nicht immer schön, aber wenn man wie Paderborn als Außenseiter hierherkommt, dann geht es auch nicht ums schön spielen, sondern ums gewinnen. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir aber physischer dagegengehalten und weniger Aktionen des Gegners zugelassen. Das war sicher das, was Tuomas auch von Anfang an hätte sehen wollen. Es geht in den letzten Spielen jetzt darum, den Rhythmus zu halten. Für die Spieler ist jetzt eine wichtige Phase, sich noch einmal zu empfehlen und um als Team darauf hinzuarbeiten, im ersten Playoffspiel das richtige Zeichen zu setzen.“

Statistik

Für die Merlins spielten: Dunn (8 Punkte), Hilliard (7 Pkt, 4 Assists), Griffin (8 Pkt), Bogdanov (4 Pkt), Haufs, Wysocki (10 Pkt, 11 Rebounds), Kotti (9 Pkt, 7 Reb), Woods (2 Pkt), Gertz, Jost (15 Pkt), Flomo (4 Pkt), Tiggs (24 Pkt)

Rebounds: 40:33

Assists: 22:18

Steals: 8:4

Ballverluste: 6:11

Zuschauer: 1837

Viertelergebnisse: 25:28, 13:12, 33:22, 20:10

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