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Aus dem Traum-Finale wurde ein kleiner Final-Albtraum: In einem zerfahrenen Hinspiel unterlagen die Crailsheim Merlins gegen RASTA Vechta mit 87:103. Beim Rückspiel in Vechta am Sonntag (06.05., 15 Uhr) braucht es nun ein Basketball-Wunder, um den Titel zu holen (Foto: Steffen Förster).

Sherman Finale web

Crailsheim, 04.05.2018. Fans der Science Fiction Saga „Star Wars“ feiern weltweit den vierten Mai als Feiertag ihrer Leidenschaft. Schließlich klingt das berühmte Zitat „Möge die Macht mit dir sein“ im englischen Original „May the force be with you“ ausgesprochen genauso wie mit dem Datum „May the 4th (be with you).“ Es hätte also nicht passender sein können, dass es ausgerechnet an diesem Abend zu einem Duell der Macht kam in der Arena Hohenlohe.

Denn die beiden mit Abstand besten Teams der laufenden Saison in der 2. Basketball-Bundesliga trafen aufeinander, um das große Finale um den Meistertitel in der ProA zu eröffnen: Die Gäste von RASTA Vechta und natürlich die Crailsheim Merlins.

Spielverlauf

Anfangs eines Spitzenspiels würdig, entwickelte sich das berühmte Spiel der Läufe. Der erste Run der Vechtaer hatte nur kurz Bestand, ehe die Gastgeber gegen die aggressive Defense der Rastas besser zurechtkamen und unter dem Jubel ihrer Fans wieder die Führung übernahmen. Als Vechtas Center Dirk Mädrich humpelt vom Feld musste, blieb ein Bruch im Spiel der Gäste aus, im Gegenteil. Wieder schlug das Pendel in die andere Richtung aus. Das erste kleine Polster gab es dann zugunsten der Merlins, die sich in der Schlussminute des Auftaktviertels auf fünf Zähler absetzen konnten. Die letzte Sequenz im ersten Abschnitt brachte die Gäste nicht nur zum 22:22-Ausgleich, sondern zeigte auch den absoluten Willen beider Teams, die Saison mit dem Titel krönen zu wollen. Keinerlei Änderung im zweiten Abschnitt, wenngleich nun die Merlins unter dem Korb eine Schwächung hinnehmen mussten, da Sherman Gay früh sein drittes Foul kassierte. Da auch das Steckenpferd der Merlins, der Wurf von downtown noch nicht funktionierte wie gewohnt, bekam der Gast Oberwasser (30:38). Gleich zwei Auszeiten von Gästecoach Spradley waren nötig, um das folgende Aufbäumen der Merlins zu stoppen, die letztendlich mit knappem Rückstand in die Kabine gingen (41:44).

Kamen die Merlins mit einem Cuffee-Dreier noch stark aus der Kabine, gehörte das Spiel dennoch fortan den Gästen. Die Zauberer bekamen zu wenige Stopps in der Defense und sahen sich folgerichtig erstmals einem zweistelligen Rückstand gegenüber (50:61). Auch der erste Dreier durch Kapitän Chase Griffin brachte Vechta nicht aus dem Konzept, zu stark war Rasta vor allem von der Freiwurflinie. Als die Niedersachsen auf 55:70 enteilten, hatten sich nach Gay auch noch Neumann und Cuffee bereits vier Fouls eingehandelt. Mit dem Regelwerk im Hintergrund, dass die Ergebnisse aus Hin- und Rückspiel addiert werden, bäumten sich die Merlins nun erst recht auf. Konrad Wysocki traf den Dreier trotz Foul, doch nur allzu kurz hatten die Gastgeber den Rückstand auf unter zehn Zähler gedrückt. Vier Freiwürfe später gingen die Niedersachsen mit einem 63:75-Polster ins letzte Viertel. Dort kam Vechta auf 65:80 weg und die Zauberer mussten nun endgültig darauf achten, auch angesichts einer drohenden Niederlage an die Chance zu denken, im Rückspiel noch den Turnaround noch in Reichweite zu haben. Doch inklusive eines „Konfetti-Frühstarts“ des Crailsheimer Fanblocks, als noch zwei Sekunden zu spielen waren, blieb es bei einem verkorksten Abend für die Merlins.

Noch ein Spiel Zweite Liga

Mit einer 87:103-Hypothek fahren die Merlins nun nach Vechta. Dort wollen die Zauberer noch einmal ihr wahres Gesicht einer starken Saison zeigen – war das Finalhinspiel doch erst die fünfte Niederlage, die satten 33 Siegen gegenübersteht. Kommen die Merlins besser ins Spiel, ist auch in Vechta noch vieles möglich und mit rund 150 Fans im Rücken ein allemal würdigerer Abschluss der Saison in Aussicht, als es der etwas triste Ausklang der Heimspiel-Saison vermuten lässt.

Großer Saisonabschluss am Montag

Egal, wie das Ergebnis am Sonntag lautet, mit dem Rückspiel in Vechta endet eine sensationelle Saison für den Crailsheimer Basketball. Klassenerhalt mit einer der jüngsten Mannschaften in der Regionalliga (Merlins II), Playoff-Teilnahme sowohl in der U16-, als auch der U19-Bundesliga und schließlich die Sahnehaube mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die easycredit Basketball Bundesliga.

Gründe gibt es damit mehr als genug, der Spielzeit 2017/2018 ein würdiges Ende zu bereiten: Deshalb freuen sich die Merlins, ihren Saisonabschluss diesmal auf dem Marktplatz, umrahmt von Rathaus, Arkaden und neuem Amtsgebäude, zu feiern. Das Team um Tuomas Iisalo präsentiert sich seinen Fans noch einmal, es darf gegessen, getrunken und vor allem gefeiert werden! Abgerundet wird die Festivität natürlich auch noch von einer ausgiebigen Autogrammstunde, bei der die begehrten Unterschriften der besten Merlins-Mannschaft aller Zeiten abgegriffen werden können!

Stimmen

Tuomas Iisalo (Headcoach Crailsheim Merlins): „Wir sind heute überhaupt nicht ins Spiel gekommen, waren einfach schlecht. Am Sonntag müssen wir 40 Minuten konzentriert spielen, nur dann können wir noch einmal ein Spiel haben. Denn heute hat das Resultat gesehen, was passiert, wenn man nicht fokussiert zur Sache geht. Natürlich sind wir enttäuscht, auch für die Fans und den ganzen Club. Aber wir haben jetzt noch 40 Minuten vor uns, müssen uns als Team noch einmal zusammenfinden und dann sehen wir was geht.“

Ingo Enskat (Sportdirektor Ingo Enskat): „Im Endeffekt müssen wir uns an die eigene Nase fassen, wir haben einfach nicht gut gespielt. Es waren nicht die Stärken und die Energie, die uns sonst ausgezeichnet haben. Vechta hat dagegen in der zweiten Halbzeit zu seinem Spiel gefunden und daher auch verdient gewonnen. Ansonsten hätte ich mir gewünscht, dass die Schiedsrichter in der Lage gewesen wären, irgendeine Linie in ihr Spiel zu bringen. Dass ausgerechnet so eine Leistung im Finale einer ProA-Saison gebracht wird, ist eigentlich indiskutabel und darf genauso wenig passieren, wie wir nicht unsere Leistung abgerufen haben.“

Statistik

Für die Merlins spielten: Smith, Turner (15 Pkt, 7 Reb, 6 Ass), Griffin (7 Pkt, 3 Reb), Bogdanov (1 Pkt), Herrera (11 Pkt, 3 Reb, 4 Ass), Wysocki (15 Pkt, 6 Reb, 6 Ass), Neumann (3 Pkt, 6 Reb, 2 Blk), Jost, Cuffee (7 Pkt, 3 Reb), Marks (4 Pkt), Gay (24 Pkt, 5 Reb), Flomo

Viertelergebnisse: 22:22, 19:22, 22:31, 24:28

 

Team-Vergleich Crailsheim Vechta
Rebounds 38 29
Assists 27 33
Steals 2 11
Wurfquoten
Field Goals 33/66 (50%) 35/70 (50%)
Dreier 5/23 (22%) 9/29 (45%)
Freiwürfe 16/21 (76%) 24/28 (86%)