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Es war das erwartet enge und spannende Spitzenspiel. Die Crailsheim Merlins bewiesen in der heimischen Arena Hohenlohe einmal mehr großen Charakter und erkämpften sich den 77:73-Sieg gegen RASTA Vechta. Damit übernahmen die Merlins die Tabellenführung in der ProA (Foto: Steffen Förster).

Iisalo Vechta web

Crailsheim, 11.11.2017. Herausragende Stimmung, das berühmte Spiel der Läufe und pure Dramatik bis in die Schlusssekunden. Die Partie zwischen den Crailsheim Merlins und RASTA Vechta hielt viel, was von ihr im Vorfeld versprochen wurde. Dass es spielerisch nicht die bestmögliche Leistung beider Teams war, dürfte den meisten Zuschauern herzlich egal gewesen sein. Die Merlins-Fans konnten am Ende jubeln und ihr Team als neuen Spitzenreiter feiern.

Spielverlauf gleicht einer Achterbahnfahrt

Den nervöseren Beginn zeigten die Hausherren vor prall gefüllter Kulisse in der Arena Hohenlohe, doch auch die Gäste ließen so einiges liegen. Als hätte es in der großartigen Stimmung noch einen „Hallo-wach-Moment“ gebraucht, dann sorgte Merlins-Center Sherman Gay mit dem krachenden Poster-Dunk zum 12:7 dafür. Die Atmosphäre war nun auf Betriebstemperatur und die Merlins belohnten sich und ihre Fans mit mehr und mehr Spielfreude (18:9). Wie wild es an diesem Abend noch werden würde, konnte man nur erahnen, als sich Rasta bis zum Ende des ersten Viertels auf 18:14 herangekämpft hatte. Aber bereits jetzt war klar, dass sich keines der Teams so leicht absetzen würde können - auch als die Partie offensiv mehr Fahrt aufnahm. Zweimal netzten die Merlins per Dreier ein, zweimal antworteten die Niedersachsen (27:24). Sherman Gay ging mit dem nächtsten Dunk auf Nummer sicher, dass die Stimmung in der Halle auch keine Winzigkeit nachließ. Dies wirkte und das Publikum peitschte die Hausherren auch nach dem zwischenzeitlichen Rückstand weiter, sodass die Zauberer eine hauchdünne Führung mit in die Kabine nahmen (38:37).

Dramatisch bis zum letzten Angriff

Aus selbiger kamen die Merlins hellwach und sorgten mit zwei Dreiern durch Wysocki und Cuffee für das nächste Stimmungshighlight und für ein kleines Polster (44:37). Es wäre aber nicht das Spitzenspiel gewesen, hätte Vechta nach einer Auszeit nicht erneut den Weg zurück ins Spiel gefunden. Spätestens als die Gäste in Führung gingen (44:46), entwickelte sich die Partie mehr und mehr zu einem echten Fight, der in der Folge von vielen Unterbrechungen durchsetzt war. Für den nächsten Momentum-Wechsel sorgte Wysocki von „downtown“ (50:48), ehe Michael Cuffee mit dem letzten Wurf für das 59:50 und ohrenbetäubenden Jubel in der Halle sorgte. Doch die Zauberer strapazierten die Nerven ihrer Anhänger, ließen sich binnen kurzer Zeit den Vorsprung wieder nehmen (59:59) und Vechta schien nun so richtig ins Rollen zu kommen. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende führte der Gast, für diesen Abend deutlich, mit 64:70. Sherman Gay meldete sich abermals per Dunking zu Wort und gab Gegner und Zuschauern zu verstehen, dass dieser Krimi noch kein Ende gefunden hatte. Chase Griffin, der im Spiel gegen seinen Ex-Club bis dato kein Wurfglück hatte, versenkte seinen ersten Wurf vom Perimeter zum 69:70. Ein letztes Mal drehten die Merlins den Spielverlauf und zogen die Partie durch einen Buzzerbeater von Wysocki und einen weiteren Griffin-Dreier auf ihre Seite (75:70). Cuffee verpasste den Gamewinner per Fastbreak-Korbleger, doch zum Glück für den neuen Spitzenreiter der 2. Basketball-Bundesliga war Konrad Wysocki zur Stelle, wurde gefoult und stellte an der Freiwurflinie den 77:73 Endstand her.


Stimmen zum Spiel

Doug Spradley (Headcoach RASTA Vechta): „Es war ein Spiel der Läufe und Crailsheim hatte die richtigen Läufe auf seiner Seite. Ich könnte viele Gründe für die Niederlage aufführen und wie viele Leute auf die Statistik schauen und dort steht dann ein Spieler mit nur 2 Punkten. Aber ich finde, Martin Bodganov hat uns heute gekillt. Wir haben ihn im 1 gegen 1 überhaupt nicht kontrollieren können. Für die Zuschauer war es heute sicher ein schönes Spiel.“

Tuomas Iisalo (Headcoach Crailsheim Merlins): „Beide Teams haben mit hoher Intensität gespielt. Wie Vechta hier rausgekommen ist, hat uns auf einem anderen Level gefordert als das bisher der Fall war und hat unseren besten Kampfgeist zu Tage gebracht. Aber beide Teams können sich noch so sehr verbessern, wenn man sich anschaut welches Potential drinsteckt. Wir können nicht zufrieden sein mit dem Umschaltspiel in die Verteidigung. Vechta ist unglaublich stark darin, von Defense auf Offense umzuschalten und wir konnten das nicht kontrollieren. Am Ende haben wir es trotzdem geschafft, die sechs Punkte nochmal aufzuholen und diesen großartigen Sieg zu holen. Aber wir stehen nach wie vor am Anfang und lernen auch aus diesem Spiel, um uns weiter zu verbessern.“

Ingo Enskat (Sportlicher Leiter Crailsheim Merlins): „Das sind jetzt die Wochen, in denen wir Charakter zeigen müssen. Mit dem heutigen Spiel, dem schweren Auswärtsspiel in Karlsruhe nächste Woche und dann dem Heimspiel gegen Hamburg haben wir nacheinander echte Kaliber vor der Brust. Das war heute ein toller Auftakt. Dass man das Spiel nochmal drehen konnte, nachdem man den Vorsprung im Schlussviertel schon verspielt und den Rückstand eingefangen hatte, zeigt wirklich Qualität. Außerdem hat man gesehen, dass verschiedene Spieler vorangehen können, wie etwa Michael Cuffee der heute sein bestes Spiel gemacht hat oder Konrad, der sein bestes Saisonspiel gezeigt hat. Sie sind in die Bresche gesprungen, nachdem Frank Turner heute ein schwächeres Spiel hatte. Das zeichnet eine gute Mannschaft aus.“

Statistik

Für die Merlins spielten: Smith, Turner (5 Pkt, 5 Ass), Griffin (10 Pkt), Bogdanov (2 Pkt, 9 Ass), Herrera (4 Pkt), Wysocki (16 Pkt, 15 Reb, 4 Stl), Jost (2 Pkt); Cuffee (15 Pkt, 4 Reb), Gay (23 Pkt, 12 Reb, 3 Blk), Flomo

Viertelergebnisse: 18:14, 20:23, 21:13, 18:23

Teamvergleich:        Merlins – Vechta

Rebounds:        39:43

Assists:            22:17

Steals:            8:10

Ballverluste:        14:13

Wurfquoten (%)

Field Goals:        41:37

3 Points:        40:33